Hand in Hand bildet aus

(Generalistisches) Pflegeausbildungskonzept der Hand in Hand Kranken- und Altenpflege Ulrike Lücke GmbH

 

Ab 2020 bildet die Hand in Hand Kranken- und Altenpflege Ulrike Lücke GmbH zusammen mit der Akademie für Pflegeberufe und Management (apm) gGmbH in Bielefeld „Pflegefachfrauen“ und „Pflegefachmänner“ gemäß dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe (Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG)) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (Pflegeberufe- Ausbildungs- und-Prüfungsverordnung (PflAPrV)) aus.

 

Zugangsvoraussetzung für die generalistische Pflegeausbildung ist ein Mittlerer Schulabschluss bzw. eine abgeschlossene 10jährige allgemeine Schulbildung. Zu Beginn der Ausbildung erfolgt der sogenannte „Orientierungseinsatz“ in unserem Betrieb – und auch im Ausbildungsvertrag wird der letzte praktische Einsatzzeitraum („Vertiefungseinsatz“) als „Vertiefungsbereich in der ambulanten Langzeitpflege“ festgelegt.

Der Schüler / die Schülerin kann zum Ende des zweiten Lehrjahres – frühestens 6 Monate vor Beendigung des zweiten Lehrjahres und spätestens 3 Monate vor Beendigung des zweiten Lehrjahres bzw. vor der Zwischenprüfung von seinem Wahlrecht Gebrauch machen und den Vertiefungseinsatz ändern. Dazu muss dieser Vertrag seitens des Schülers / der Schülerin gekündigt werden, sowie der Wechsel im Einvernehmen mit dem Träger der praktischen Ausbildung geschehen, da der Träger, die Hand in Hand Kranken- und Altenpflege Ulrike Lücke GmbH die Fortführung der Ausbildung sicher stellt und dem Schüler / der Schülerin einen neuen Arbeitgeber (Träger der praktischen Ausbildung) – entsprechend dem „neuen“ Vertiefungsbereich“ - und ggf. auch eine neue Pflegeschule suchen wird.

 

Für die im Rahmen der Ausbildung zu absolvierenden Pflichteinsätze haben wir Kooperationspartner gefunden, die wir bereits auf Grund langjähriger, vorangegangener Zusammenarbeit im Rahmen der Altenpflegeausbildung gut kennen.

Sobald uns als Einrichtung die Aufteilung der Schul- und Praxisblöcke seitens der Pflegeschule (apm) vorliegt, wird die Ausbildungsplanübersicht als Ergänzung zum Ausbildungsvertrag mit den Einsatzzeiträumen bei diesen Kooperationspartnern für den Auszubildenden / der Auszubildende ergänzt und festgelegt.

 

Der Wahleinsatz im dritten Jahr kann alternativ zu uns als Praxisbetrieb im Hospiz Bielefeld stattfinden – dies kann jedoch individuell von jedem Schüler / jeder Schülerin in Rücksprache mit Mareike Lücke und Tanja Worthmann selbst entschieden werden.

 

Innerhalb der 3jährigen Ausbildung sind Nachtdienste (10 – 15 Nächte) zu leisten, die im zweiten Abschnitt der Ausbildung stattfinden (in den Pflichteinsätzen im Krankenhaus und in der Psychiatrie, sowie ggf. auch im Wahleinsatz im Hospiz). Auf Grund dieser Nachtdienste ist die Vollendung des 17. Lebensjahres zu Beginn der Pflegeausbildung daher wünschenswert, um auch die Grundlagen des Jugendarbeitsschutzgesetzes einhalten zu können.

Die Pflichteinsätze werden innerhalb der Praxisblöcke ausreichend berücksichtigt – eine Maximalfehlzeit von 10% in Theorie und 10% in Praxis innerhalb der drei Ausbildungsjahre sollte jedoch nicht überschritten werden.

 

 

Darüber hinaus kann Berufsinteressierten Schülern mit dem Schulabschluss Abitur oder Fachhochschulreife über einen Honorarvertrag ermöglicht werden, den dualen Bachelorstudiengang „Pflege“ (Abschluss Bachelor of Science) an der Fachhochschule (FH) Bielefeld als vom Betrieb finanziell geförderte(r) Studierende(r) wahrzunehmen. Der Studiengang ist in acht Semester aufgeteilt und startet erstmalig zum Wintersemester 2020/2021. Die Absolventen erwerben mit diesem dualen Bachelorstudiengang innerhalb der 8 Semester sowohl den Berufsabschluss „Pflegefachmann/Pflegefachfrau“, als auch den Studienabschluss „Bachelor of Science“. Bewerbungen müssen – neben uns als Praxisbetrieb – selbstverständlich direkt an der Fachhochschule in Bielefeld (Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit, Campus Bielefeld, Interaktion 1, 33619 Bielefeld; Ansprechpartner sind: Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck & Prof. Dr. Christa Büker; Email: Pflegestudium@fh-bielefeld.de) abgegeben werden, um sich als Student bzw. Studentin zu bewerben und einzuschreiben.

 

 

Die Bewerbungsgespräche und die Entscheidung über eine Einstellung bei der Hand in Hand Kranken- und Altenpflege Ulrike Lücke GmbH werden von Mareike Lücke und Tanja Worthmann geführt und getroffen. Diese beaufsichtigen auch im Rahmen der Ausbildungsdauer die betriebseigenen Auszubildenden und Studenten.

Der Ausbildungsvertrag ist sowohl von uns als Betrieb, vom Auszubildenden und der Pflegeschule apm zu unterzeichnen und wird daher in dreifacher Ausfertigung dem Schüler nach positivem Entscheid über eine gemeinsame Ausbildung mitgegeben.

Der Honorarvertrag wird in zweifacher Ausführung vorgelegt und ist von dem Student /der Studentin und uns als Arbeitgeber zu unterzeichnen.

 

Ausbildungsbeginn ist der 01. Oktober bzw. bei den Studenten gilt der 1. September als Start mit dem offiziellen Beginn des Wintersemesters. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre (mit dem dualen Studium vier Jahre) und wird in Schul- und Praxisblöcken gegliedert. Die Praxisblöcke sind in unterschiedlicher Länge auf verschiedene Pflichteinsatzorte aufgegliedert: Der erste Praxisblock ist stets der Orientierungseinsatz beim Arbeitgeber – in diesem Fall bei der Hand in Hand Kranken- und Altenpflege Ulrike Lücke GmbH. Der Mindesteinsatzzeitraum beträgt 11 Wochen. In der gleichen Länge folgen Pflichteinsätze stationär in einem Altenheim und im Krankenhaus.

Der Auszubildende / Die Auszubildende kommt dann erneut für einen Zeitraum von mindestens 11 Wochen zurück zum Arbeitgeber, wobei die Praxisblöcke auch stets von Schulblöcken und vereinbartem Erholungsurlaub unterbrochen sind.

Es folgen weitere, kürzere Praxisblöcke in der Kinderkrankenpflege und in der Psychiatrie, sowie dem Wahlbereich Hospiz (Palliativpflege).

Der letzte Praxisblock im dritten Jahr findet geplant beim Arbeitgeber, der Hand in Hand Kranken- und Altenpflege Ulrike Lücke GmbH statt, um dort auch die praktische Prüfung zu absolvieren.

 

 

Die Auszubildenden erhalten von der Pflegeschule Praxisaufträge entsprechend des Kompetenzbereiches bzw. der -bereiche, der bzw. die in dem nachfolgenden Praxiseinsatz vertieft werden soll/en und die zu Beginn jeder Praxisphase den Praxisanleitern bekannt gegeben werden. Geeignete Patienten für die Praxisaufgaben und den Praxisbesuch (Grund- und/oder Behandlungspflegerische Versorgung eines Patienten/einer Patientin durch den Auszubildenden in Begleitung der Schule und der einrichtungsinternen Praxisanleiterin) werden vom Schüler gemeinsam mit dem jeweiligen Praxisanleiter ausgesucht.

Am Ende des Zweiten Ausbildungsjahres erfolgt eine Zwischenprüfung nach § 6 Absatz 5 des Pflegeberufegesetzes in der Pflegeschule – die Ausbildung kann unabhängig vom Ergebnis der Zwischenprüfung fortgesetzt werden.

 

Die Auszubildenden haben die Möglichkeit im Betrieb an individuellen Lerngruppen teilzunehmen, in denen Krankheitsbilder, physiologische oder pathologische Vorgänge im Körper oder praktische Übungen stattfinden. Termine bzw. „Bedarfe“ sind bei Mareike Lücke „anzumelden“. Diese berücksichtigt die Lerngruppen – wie auch Zeit für Praxisaufgaben durch die Schule – im Dienstplan.

Innerhalb der dualen Ausbildung an der Fachhochschule in Bielefeld erfolgen derartige Übungssituationen mit den Dozenten der Fachhochschule in den vorhandenen „Skills Lab“.

 

Da die Auszubildenden die gesamte Ausbildungszeit ausschließlich „mitfahren“, finden neben den Praxisaufgaben und Praxisbesuchen keine zusätzlichen Anleitungstermine statt! Wenn Bedarfe vorhanden sind, können diese über die Lerngruppen besprochen und thematisch geübt werden bzw. auch ein gesonderter Praxistag mit dem einzelnen Schüler/der Schülerin kann vereinbart werden.

Externe Praktikanten / Auszubildende fahren ebenfalls ausschließlich mit – unabhängig vom Ausbildungsjahr – und werden von unseren Praxisanleiterinnen Anke und Carmen betreut. Diese führen Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräche – Besonderheiten wie „Finanzierung häuslicher Pflege“ und das Thema „Dokumentation“ bespricht Mareike Lücke als Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB) mit den Auszubildenden in zwei QM-Gruppen.

Das Examen und somit der Abschluss der dreijährigen Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau gliedert sich in praktische, schriftliche und mündliche Prüfungen. Die Termine werden von der Pflegeschule bzw. der Fachhochschule vorgegeben. Die schriftliche Prüfung ist auf drei Einzelprüfungen aufgegliedert: 3 * schriftliche fallbezogene Aufsichtsarbeiten zu je 120 Minuten an drei aufeinanderfolgenden Werktagen. Die mündliche Prüfung erfolgt  in Form einer komplexen Bearbeitung einer Fallsituation aus einem anderen Versorgungskontext als dem der praktischen Prüfung und bezieht sich auch auf eine andere Altersstufe, der die zu pflegenden Menschen angehören. Die mündliche Prüfung kann einzeln oder zu zweit erfolgen – zwischen 30 und 45 Minuten pro „Prüfling“ mit angemessener Vorbereitungszeit.

 

Die Praktische Prüfung erfolgt im Ausbildungsbetrieb bzw. in dem Vertiefungsbereich, wobei die Pflegedienstleitung mit der zuständigen Praxisanleitung zwei Patienten (einer davon mit erhöhtem Pflegebedarf) für einen Auszubildenden aussucht und sich auch von diesen bzw. den Zugehörigen das Einverständnis zur Teilnahme an dem praktischen Examen schriftlich einholen muss. Diese Einverständniserklärung wird von der Pflegeschule als blanko Formular mit den weiteren relevanten Prüfungsunterlagen im Vorfeld ausgeteilt – und darf dem Auszubildenden/der Auszubildenden nicht zugänglich gemacht werden! Darüber hinaus wird die Examens„kandidaten“-Auswahl nicht mit dem Auszubildenden kommuniziert!

Die Auswahl wird mit prüfungsrelevanten Daten der Pflegeschule bzw. der Fachhochschule mitgeteilt.

Die praktische Prüfung ist vom Ablauf ähnlich den vorangegangenen Praxisbesuchen: Vom Schüler wird eine Pflegeplanung für beide Patienten am Vortag in einem vorgegebenen Zeitfenster erstellt. Am Prüfungstag selbst erfolgt eine Patientenvorstellung an die beiden Fachprüfer, die möglichst frei erzählt vorgetragen werden soll (max. 20 Minuten), dann erfolgt die Versorgung im häuslichen Bereich – in Begleitung zweier Lehrer und der Praxisanleitung – die jedoch weder im Ablauf eingebunden werden, noch „eingreifen“ sollen (& Dokumentation durch den Prüfling nicht vergessen!!!), zurück im Betrieb erfolgt eine Übergabe an die Praxisanleitung und das Reflektionsgespräch nach vorgegebenen Kriterien (max. 20 Minuten). Erfahrungsgemäß bereitet das Nachgespräch auch bereits in den Praxisbesuchen mit die größten Probleme – daher sollten die Kriterien vom ersten Praxisbesuch an geübt werden:

1) War der Ablauf wie geplant? Gab es Abweichungen? Welche Probleme sind aufgetreten? Wo zeigten sich persönliche Stärken und Schwächen?

2) Was ist meine (fachliche) Begründung für mein Handeln – Warum habe ich diese Aktivierung ausgesucht, was wollte ich erreichen? Wie war mein hygienisches Verhalten – warum habe ich in der Situation Handschuhe getragen – oder mit Absicht auch nicht? Habe ich eine besondere Gesprächstechnik in der Kommunikation angewandt und warum (z.B. Validation oder einfache, kurze Sätze etc.)? Habe ich nach einem besonderen Konzept gearbeitet (Bobath, Erich Böhm, o.ä.)?

3) (Gute, angemessene) Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, (Fach-)Kenntnisse, eigener weiterer Entwicklungsbedarf? Eigene Konsequenzen? (Sachlich bleiben!!!)

Insgesamt soll die Prüfung 240 Minuten (4 Stunden) nicht überschreiten – sie kann seitens des Betriebes (!) mit einer organisatorischen Pause von einem Werktag unterbrochen werden.

Die mündliche, schriftliche und praktische Prüfung gilt als bestanden, wenn jeweils die Note „ausreichend“ erreicht worden ist. Jeder Teilbereich kann bei Nicht-Bestehen einmal wiederholt werden.

Die Pflegeschule bzw. die Fachhochschule teilt dem Auszubildenden zum Ende der Ausbildung mit, ob die Prüfungen bestanden wurden und ob die Ausbildung somit abgeschlossen ist oder ob in einem Teilbereich die Prüfung wiederholt werden muss.

Die Formalitäten der Abschlussprüfung für die Studenten und Studentinnen entsprechend den oben beschriebenen Abläufen der regulären dreijährigen Pflegeausbildung.

 

Mareike Lücke und Tanja Worthmann bieten den eigenen Auszubildenden und Studenten an, das Feedback der praktischen Prüfung zur späteren Selbstreflektion und zum Verstehen der Note zu verschriftlichen – da die Benotung bis zum Tag der Zeugnisausgabe „geheim“ bleiben muss, kann das Feedback erst dann ausgehändigt werden.

Das Zeugnis wird von der Schule ausgeteilt und die Urkunde wird nach Überweisung der Gebühr an entsprechende Institution postalisch an den „Prüfling“ durch die Bezirksregierung übergesandt.

 

Wir, die Hand in Hand Kranken- und Altenpflege Ulrike Lücke GmbH, bieten unseren eigenen Auszubildenden und Studenten nach bestandenem Examen gern die unbefristete Übernahme in den Betrieb an. Eine gute und sicher begleitete Ausbildung liegt uns sehr am Herzen – daher stehen wir auch regelmäßig im Austausch mit der Pflegeschule und auch zukünftig mit der Fachhochschule.

Wir halten bewusst engen Kontakt zwischen Leitung und Auszubildenden, da nur so die Kommunikation und Organisation zeitnah, persönlich und ohne unnötige „Machtdemonstration“ durch „hierarchische Hürden“ stattfinden kann.

 

Monatliche Vergütung

Im ersten Ausbildungsjahr beträgt diese (brutto): € 915,- (Tarif € 1140,69 - 20%)

Im zweiten Ausbildungsjahr beträgt diese (brutto): € 965,- (Tarif € 1207,07 - 20%)

Im dritten Ausbildungsjahr beträgt diese (brutto): € 1045,- (Tarif € 1303,38 - 20%)                                                                                                                                          (Stand Januar 2020)

 

Bei erfolgreichem Abschluss und mit Verbleib im Betrieb (Vertragsabschluss vor Ende der Ausbildung!) nach der Ausbildung erhalten Auszubildende eine Sonderzahlung in Höhe von 300 Euro (brutto), welche im Anschluss mit dem letzten Monat Ausbildungsgehalt vergütet wird (Abrechnung über Steuerbüro erfolgt zum 10. des Folgemonats).

Von der Abschlussprämie ausgenommen sind Auszubildende, die eine Wiederholungsprüfung aufgrund unzureichender Ergebnisse beim ersten Versuch ablegen müssen, und die Auszubildenden, die nicht im Betrieb verbleiben.

 

Erholungsurlaub

Der Schülerin / dem Schüler stehen pro Ausbildungsjahr 25 Tage Erholungsurlaub zu, die nach einer 5-Tage-Woche zu legen sind. Grundsätzlich ist der Erholungsurlaub nur in den Praxisblöcken in Absprache mit dem Träger der Ausbildung zu legen.

 

 

Der Pflegeberuf ist ein schöner Beruf – abwechslungsreich, fachlich und menschlich anspruchsvoll und mit guten Aufstiegsmöglichkeiten durch diverse Weiterbildungen. Zahlreiche persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen müssen bereits in der Ausbildung vorhanden sein und damit weiterentwickelt werden, um kompetente und souveräne Pflegefachkräfte zu werden.

Wir würden uns freuen, Sie bei diesem Weg begleiten und unterstützen zu können!